Lange war es geplant, nie hatte ich wirklich die Muße mich mit einem WordPress Blog rumzuschlagen. Der erste Versuch war ein Reinfall; aber das Prinzip ist jetzt verstanden.
Mir liegt so vieles auf der Seele, bringt mich nachts um den Schlaf, Ängste, Sorgen, was war heute, was bringt das Morgen.
Als freischaffender Künstler ist man selbständig, wie andere auch, jeder Tag ist ein Kampf, da wir als Künstler jedoch eine Ware (Kunst) produzieren, die viele nicht verstehen und die allermeisten nicht brauchen, ist unser Kampf umso härter.
Ich will nicht behaupten, meine Zeit ist vorbei, verdammt, ich bin erst 30, mein bisheriger Karrierehöhepunkt war vor 2 Jahren, vor der Geburt meines Sohnes, den ich über alles liebe, und manches Mal zurück zwischen meine Lenden wünsche.
Sicherlich, ein Kind ist kein Zuckerschlecken, die Entscheidung dafür will gut durchdacht sein, aber ganz ehrlich: Hätt´ ich das gewußt …
Nunja, jetzt ist er da der kleine Sonnenschein (der er manchmal ist), mittlerweile 18 Monate alt, ich möcht ihn nicht missen.
Aber mit ihm sind auch die Sorgen da, unendlich stressige Zeiten haben Mama und Papa mit ihm erlebt, Entscheidungen manchmal in Frage gestellt. Um meine Frau zu unterstützen, habe ich meine Arbeit zurückgestellt, meine Kreativität unterdrückt, mich mit um die Erziehung des einen und die Entlastung der anderen gekümmert.
Das Kind geht in die Kinderkrippe, eigentlich wieder Zeit für die Arbeit, aber der Stress mit dem Junior ist einem unendlichen Druck, Leistungsdruck, gewichen, so stark, dass eine aufkeimende Euphorie nach ein paar Stunden im Keim erstickt, der Pinsel wieder beiseite gelegt oder tagelang nicht angefasst wird.
Der finanzielle Druck ist groß, Frau versorgt die Familie, der Ehemann bringt nichts, depressive Schübe, die die Existenz in Frage stellen.
Ein verdammter Teufelskreis:
Du musst malen, um Geld zu verdienen, das MUSS ist jedoch so groß und stark, dass es die lust kleinhält, k(l)eine Lust zum Malen heißt, kein Geld, kein Geld heißt, schlaflose Nächte, ausschweifende Gedanken, Existenzängste, noch weniger lust.
Un ständig die Suche nach dem Strohhalm, was bringt uns voran? Neue Ideen, andere Projekte, eine Neuausrichtung?
Mit 30 Jahren ist der Zug abgefahren, ich bin gelernter Versicherungskaufmann (nach einer aktuellen Studie der unbeliebteste Berufsstand Deutschlands), ein perspektivloser Beruf, außerdem seit 5 Jahren raus, davon 4 Jahre freischaffender Künstler, nicht weil gelernt, sondern gekonnt.
Mit 30 Jahren eine Berufsausbildung machen? Kein Chef stellt einen dafür ein, zu alt, nicht förderfähig. Ein Studium? Außer Frage, wenn der Schuh finanziell drückt ist das unmöglich, Bafög gibt´s keines.
Also was?
Entweder eine absolut pfiffige Geschäftsidee oder ewig Künstler bleiben, vor zwei Jahren noch 1000 $ für ein Bild bekommen und jetzt, nach zwei Jahren Pause, von der Bildfläche verschwunden, wieder bei NULL, und das Grübeln geht weiter.