Back to the roots …

… ein Motto, dass ich mir eigentlich für meinen in weiter Ferne liegenden Lebensabend vorgemerkt hatte, bekommt jetzt Aktualität.

Nach einigen herben Rückschlägen in meiner Arbeit, hervorgerufen durch:

einen missgünstigen “Kollegen”, welcher in einer erfolglosen Phase nichts anderes tun konnte, als mich auf seiner Homepage offen zu beleidigen und diffamieren,

idiotische Versager, die selbst nichts auf die Reihe bekommen, aber die glorreiche Idee haben, eine Firma zu gründen, mit der sie Künstler abmahnen können, und bei mir horrende Anwaltskosten verursacht haben,

die deutsche Telekom, die mir vor nunmehr zwei Jahren ohne Begründung und ohne Grund meinen Telefon- und Internetanschluss kappte, diesen zwar wieder einrichtete, aber nicht einsah, dass ich das Internet für meine Arbeit brauche und mich OHNE sitzen ließ (für 7 Wochen), und statt Schadensersatz und Verdienstausfall lieber Anwälte aktivierte,

in diesem Zusammenhang eine Amtsrichterin, die eine lückenlose Beweisführung nicht anerkannte und die Telekom nahezu ungeschoren davonkommen ließ,

die Geburt meines Sohnes, ein sehr anstrengendes aber liebenswürdiges Kind, wie mir heute wieder mehrfach von Personen in einem Wartezimmer beim Arzt bescheinigt wurde (ja, er sorgte durch für den ein oder anderen Lacher und Schmunzler und hat sicher kurzfristig die Laune der Anwesenden gehoben),

fehlende Unterstützung meines Umfeldes und massives Desinteresse desselben an meiner Arbeit,

stehe ich nun vor einem Trümmerhaufen!

Was also tun, um die Talsohle wieder zu verlassen?

Herkömmliche Jobsuche führt leider nicht zum Ziel, dafür ist das Kaff hier zu klein, die Menschen zu spießig, Thema erledigt.

Das machen, was ich am besten kann:

Schreiben, wenn auch nur in diesem Blog und für meine eigenen Webprojekte, mit schreiben kann man heute nicht mehr reich werden, stundenlange Recherche macht sich bei Wortpreisen von 2 Cent nicht bezahlt.

Homepages erstellen und optimieren? Finden sich hier leider keine Interessenten, es wurde im Landkreis Mansfeld Südharz bei den wenigen Seitenbetreibern soviel Schindluder betrieben, dass man hier den Sinn  von Websites nicht mehr sieht und damit seit Jahren der Internetboom komplett einen Bogen um den Landkreis Mansfeld Südharz gemacht hat.

Kunst, in finanzieller Hinsicht aber sehr schwierig, wenn man nichts verkauft. Immer wieder höre ich von Künstlern, die sich nicht unter Wert verkaufen wollen, bei der Frage wie sie die Bildpreise berechnen, kommt oftmals, dass man sich an den Kollegen orientiert.

Hat mal jemand gefragt, wieviele 1.000 Euro Bilder der regionale Künstlerkollege verkauft?

In einem Fachbuch zur Künstlervermarktung habe ich einen Artikel gelesen, der soviel aussagte, dass in der Preisfindung der Stundensatz eine bedeutende Rolle spiele, verkaufe ich meine Bilder nicht mit einem Stundensatz von 40 Euro, sollte ich diesen senken.

Das trifft den Nagel auf den Kopf, also zurück zu den Anfängen!

Habe heute mal in meinen Rechnungsordner geschaut und gesehen, dass mein erstes Bild ein Pop Art Portrait der Rolling Stones war, verkauft für ganze 71 Euro, etwa andertahlb Monate nach Beginn meiner Selbständigkeit.

Auch wenn´s nicht viel war, ich habe mich damals wahnsinnig darüber gefreut, obwohl ich den Stundensatz lieber nicht ausrechne.

Sicher, der selbständige KFZ-Mechaniker nimmt um die 40 Euro pro Stunde, der Klempner und der Elektriker auch, aber ich werde dann nichts mehr los, die Verbreitung meiner Arbeiten ist gleich NULL, also völlig sinnfrei.

Was verdient eine Putzfrau? Im Bundesdurchschnitt um die 7,50 Euro gesetzlichen Mindestlohn. Ist meine Arbeit besser als die einer Putzfrau?

Ich selbst sage ja, aber die Putzfrau ist wichtiger, also stelle ich mich auf eine Stufe.

Und rechne meine Bildpreise jetzt mit einem Stundensatz von 7,50 Euro.

Ich würd´ ja auch lieber die 40 Euro nehmen wie mein Klempner, aber dann sammle ich meine Arbeiten zu Hause, niemand sieht sie, und die Kasse wird immer klammer.

Da nehme ich doch lieber die 7,50 Euro pro Stunde, zahle meine Beiträge an die Künstlersozialkasse und schaue, was nach Steuern übrig bleibt, ich nehme aber an, viel mehr, als wenn ich nichts verkaufe.

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Eine Antwort auf Back to the roots …

  1. anonym sagt:

    Schluss mit der falschen Eitelkeit fällt mir dazu spontan ein.

    Ihre Ansätze mein lieber Herr Weinrich sind sehr einfach, aber hochinteressant.
    Hochinteressant deshalb, weil es unzählige Theorien zur Verbreitung und dem Bekanntmachen von Kunst gibt, Sie aber einer der sehr, sehr wenigen Vertreter sind, die, relativ jung, und damit ständig auf der Jagd nach dem schnellen Geld, in diese Bresche springen und sich damit versuchen.

    Solange die Qualität Ihrer Arbeiten dadurch nicht leidet, darf man sehr gespannt sein, was ein erhöhtes Arbeitsaufkommen bewirken wird.

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